Wanderarchiv/Pfalz & Neustadt
Pfalz & Neustadt · Alwins Wanderarchiv

Pfälzer Wald- und Felsenpfad

Zu Fuß von Kaiserslautern nach Schweigen.

Pfälzer Wald- und Felsenpfad

Streckenwanderung vom 5. bis 13. Oktober 2013

ca. 145 km

Die Fotos stammen aus verschiedenen Jahreszeiten

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Für zwei Vereine, Netzwerk Weitwandern e.V. und Initiative der Weit- und Fernwanderer e.V. (I.W.F.) habe ich eine einwöchige Wanderung von Kaiserslautern nach Schweigen organisiert. Ursprünglich hatte ich geplant, ausschließlich auf dem neuen Prädikatsweg „Pfälzer Waldpfad“ zu gehen. Um die Unterkünfte zu Fuß erreichen zu können, muss man jedoch von der Route des Pfälzer Waldpfades abweichen. Da habe ich mir gedacht, wenn ich schon die Originalstrecke nicht ganz einhalten kann, dann weiche ich noch des öfteren ab, um wunderschöne Pfade mit einzuschließen. Daher habe ich die Route “umgetauft” in “Pfälzer Wald- und Felsenpfad”.

Landschaftlich unterteilt sich die Strecke in zwei ziemlich verschiedene Abschnitte. Wir begannen im Norden, tauchten ein in den tiefsten Pfälzerwald, wanderten auf schönen, auch einsamen Wegen durch Wald und Wiesen und in tiefen Kerbtälern an Bächen entlang. Mit der Falkenburg begann der felsenreiche Abschnitt im Dahner Felsenland mit wunderschönen Panoramen, denn auf einige Felsen führen Leitern, während andere Felsen von einer Seite bequem erwandert werden können. Hautnah führen Pfade, teils unmarkiert und nur Insidern bekannt, direkt am Fuß der Felsen entlang.

Auf der Webseite von Hilmar Schmitt kann man sich fast alle Felsen anschauen. Bereits 2010 wanderte die I.W.F. eine Woche lang im Dahnerfelsenland. Siehe Dahner Felsenland. Für Auskünfte stehe ich gerne zur Verfügung.

Die Pfalz-Touristik hat eine kostenlose Broschüre herausgegeben mit dem Titel „Die Pfalz – Die besten Wandertouren – 18 Empfehlungen“. Dazu gibt es eine Wanderkarte im Maßstab 1 : 155.000. Kontakt:Pfalz-Touristik e.V., Martin-Luther-Str. 69, 67433 Neustadt an der Weinstraße, Tel.: 06321 39160, info@pfalz-touristik.de. Die Internetseite www.pfaelzer-wanderwege.de bietet noch mehr als die gedruckte Broschüre. Selbstverständlich wird darin auch der Pfälzer Waldpfad kurz beschrieben.

Karten: Neue Kartenserie des Pfälzerwald-Vereins: „Naturpark Pfälzer Wald“ im Maßstab 1 : 25.000 (offizielle topographische Wanderkarten von PWV und LvermGeo) - (www.pwv.de/index.php/shop):
Kaiserslautern und Umgebung (Blatt NP 3)
Vom Johanniskreuz bis Pirmasens (Blatt NP 5)
Östlicher Wasgau (Blatt NP 8)

Wanderführer: Jürgen Plogmann, Pfälzer Weitwanderwege, Rother Wanderführer

1. Tag, Sonntag: Kaiserslautern – Finsterbrunnertal

Der einzige Wanderweg Deutschlands, der mit dem ICE zu erreichen ist, beginnt am Kaiserslauterer Hauptbahnhof. Wir starteten am Sonntag, den 6. Oktober 2013, gegen Mittag, nachdem ich fünf Mitwanderer vom Hotel Bremerhof mit unserem Begleitfahrzeug, einem Wohnmobil, abgeholt hatte. Der Bahnhof liegt an der Südperipherie der Stadt, sodass man auf dem Weg nach Süden schnell aus ihr heraus ist. Vorbei ging's an den Skulpturen “Elf Freunde”, die von der Fußballverrücktheit der Stadt zeugen, und an dem schönen Albrechtsbrunnen, der mit der Plastik “Knabe mit Ferkel” gekrönt wurde. Dieser Brunnen wurde zu Ehren des Königs Albrecht I. von Habsburg errichtet, der 1303 Lautern den südlichen Stadtwald schenkte und damit die Bürger ihre Schweine zur Mast in den Wald treiben durften.

Elf
Elf Freunde – fußballverrückte Stadt
Kaiserslautern

Brunnen
Albrechtsbrunnen in Kaiserslautern

Der erste Anstieg führte auf schönem Pfad hinauf zum 35 m hohen Humbergturm, der normalerweise eine schöne Sicht über die Stadt Kaiserslautern bietet. Wolken und Nebelschwaden veranlassten uns jedoch zum sofortigen Weitergehen. Kurz danach begegnete uns wieder historisches, der Dreieckstein, ein Dreimärker, an dem früher drei Grenzen aufeinandertrafen: der oben erwähnte Stadtwald mit dem Stadtwappen, der Reichswald mit dem Wittelsbacher Rautenwappen und der Stiftswald mit der Wolfsangel, dem Zeichen des Prämonstratenserklosters. Die Wolfsangel, die auch die Nazis als Emblem verwendet hatten, tauchte des öfteren als Forstzeichen und in Wappen Wald besitzender Gemeinden auf. Sie diente zum Fangen der Wölfe. Man hängte sie mit einem Ende an einem starken Ast in Sprunghöhe des Wolfes auf, am anderen Ende befand sich ein Stück Aas. Der Wolf sprang in die Höhe, riss sich die Schnauze ab und verendete.

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Der Humbergturm

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Blick auf Kaiserslautern

Die nächste historische Sehenswürdigkeit ließ nicht lange auf sich warten, der Pfaffenbrunnen. Er diente einst der Wasserversorgung des Bremerhofs, der ein Wirtschaftshof des Prämonstratenserklosters war, der erstmals 1215 erwähnt wurde. Der Name des heutigen Hotels hat mit der Stadt Bremen nichs zu tun. Die wahrscheinlichste Erklärung ist die Herkunft vom mittelhochdeutschen “breme”, Dornstrauch.

An der Roten Hohl erwartete uns das Wohnmobil mit gedecktem Tisch fürs Mittagspicknick. Welch ein Service, welch ein Luxus bei einer Streckenwanderung!

Pfaffenbr
Der Pfaffenbrunnen

Hohl
Das Denkmal „Rote Hohl“

Bisher waren wir meist dem Pfälzer Waldpfad gefolgt. Nun verließen wir ihn, um dem schöneren Weg mit der Markierung der Naturfreunde zu folgen. Vor dem Ort Stelzenberg schwenkten wir jedoch wieder auf den Pfälzer Waldpfad ein, der uns durch ein wunderschönes grünes Tal am Stelzenberg entlang führte. Schließlich erreichten wir, nochmals auf dem Naturfreunde-Weg, das Naturfreundehaus Finsterbrunnertal, wo gerade Oktoberfest gefeiert wurde. Wohl daher gab's zum Abendmenü Bayerischen Leberkäse, der kein Käse ist und keine Leber enthält. Lustig ging's beim gemütlichen Beisammensein zu. Wir haben viel gelacht und gesungen, wobei wir mit den Einheimischen konkurrierten. Nicht fehlen durfte das Pfälzer Lied “Auf ihr Brieder in die Palz”, das unsere Nicht-Pfälzer zu lernen versuchten.

2. Tag, Montag: Finsterbrunnertal – Heltersberg

Uns erwartete an diesem Tag ein absolutes Highlight, die Karlstalschlucht. Zuvor wanderten wir auf einem vor Hochwasser geschützten Dammweg direkt neben dem idyllischen Bächlein Moosalb, das seinen Weg durch eine üppig-grüne Naturlandschaft sucht.

Bach Idylle
Bachidylle

Bachidylle
Bachidylle

In Unterhammer informieren Tafeln über die Anfänge der pfälzischen Industriegeschichte und berichten über die damalige Eisenerzgewinnung und Verhüttung, denn in der Pfalz gab es bedeutende Eisenerzvorkommen. Manche Bäche haben vom Eisenoxyd braun gefärbtes Sediment abgelagert.

Libelle
Libelle am Bach

Pfauenauge
Pfauenauge am Wegesrand

Vorbei am ehemaligen Herrschaftshaus mit einem kleinen See, gelangten wir schließlich ins Karlstal. Es ist eine weitgehend naturbelassene Felsenschlucht mit großen, teils rechteckigen Felsbrocken. Der Wanderweg wurde mit kleinen Holzbrücken und einem hölzernen Pavillon derart idyllisch in das Tal eingepasst, dass er den naturnahen Gesamteindruck eher hoch verstärkt. Ein kleiner Abstecher führt zu einer ehemals bewohnten Felsenhöhle.

Karlstalschlucht
In der Karlstalschlucht

Karlstal
In der Karlstalschlucht

Bis zum Gutenbrunnen folgten wir wieder dem Pfälzer Waldpfad. Hier bogen wir ab, um auf unmarkierten Wegen weiter zu wandern. Zunächst mussten wir auf “Alwinscher Wegführung” in Hohlwegen beschwerlich aufsteigen, um zum Anfang der Hasendell an einem idyllischen Weiher zu gelangen. Dort erwartete uns wieder das Wohnmobil zur Mittagsrast. Zum Glück regnete es nicht, aber Gräser und Boden waren durchnässt, sodass wir beim Aufstieg in der Hasendell den weniger schönen, aber besser befestigten Parallelweg zum eigentlich vorgesehenen wählten. Aber Bächlein und Weiher waren auch von dieser Seite her gesehen ebenso schön. In der Fuchsdell erreichten wir wieder markierte Wege und auch den Pfälzer Waldpfad.

Spiegel
Spiegelungen in einem Weiher

Hasendell
In der Hasendell

Wir durchschritten tiefe Laubwälder und bewunderten des öfteren alte riesige Buchen. Ein letztes Mal an diesem Tag wichen wir vom Waldpfad ab, um auf einem schöneren Waldweg zum Kleinen Hundsberg zu gelangen und ins Tal des Hundsbächels abzusteigen, bevor wir die letzte “Schikane”, einen steilen Aufstieg zum Naturfreundehaus Heltersberg, unter die Füße zu nehmen hatten.

Ein freundlicher Wirt namens Wolfgang empfing uns und war gerade dabei, unser Abendessen zu kochen. Montag ist der einzige Ruhetag, an dem aber Gruppen, allerdings bei schwacher Besetzung, dennoch aufgenommen werden. Also musste auch einer von uns zeitweise einspringen und den Thekendienst übernehmen. Dieses Vertrauen in die Gäste beeindruckte uns. Das von mir bestellte Wildgericht, Hirschgulasch mit Apfelrotkraut und Knödeln, schmeckte uns vorzüglich. Und das alles zum Sattessen für 7 €/Person (!). Dazu ein guter Tropfen Pfälzer Weines; Herz, was begehrst du mehr nach einem so schönen Wandertag? Die pfälzischen Teilnehmer versprachen, bald wieder zu kommen.

3. Tag, Dienstag: Heltersberg – Hermersbergerhof

Frisch gestärkt nach einem tollen Frühstücksbuffet erwarteten uns wieder schöne Wege. Wir gingen ein Stück auf dem Heltersberger Brunnenwanderweg. Zunächst führte uns ein wunderschöner Pfad hinunter ins Dinkelsbachtal. Leider waren die vielen vom Altweibersommer zeugenden Spinnennetze, die ich kurze Zeit vorher noch bewunderte, vom Regen zerstört worden.

Altweibersommer
Altweibersommer

Gruen
Es grünt so grün

Dann wartete unser erstes Felserlebnis auf uns, die Seelenfelsen. Zur Namensgebung gibt es zwei Versionen. Tatsache ist, dass ein Förster namens Seel dort tödlich verunglückte. Die zweite Version besagt, dass Vater und Sohn den Weg verfehlten, der Vater beim Sturz zu Tote kam, und ein Lichtlein (Seele des Vaters) den Sohn sicher nach Hause leitete.

Hautnah, direkt am Fuß dieses imposanten 670 m langen Felsriegels aus rotem Buntsanstein führt der Pfad vorbei. Interessant sind die eingeschlossenen Kieselsteine, auch die wie Bienenwaben aussehenden Stellen in den senkrechten Felswänden.

Seelenfels
Auch im nördlichen Teil unseres Weges gibt es
Felsen; hier: Detail der Seelenfelsen

Farn
Farn wächst aus einem Baumstumpf

PilzeStamm
Leben am Totholz

PilzeStumpf
Pilze an Baumstumpf

Wiederum wunderschöne Pfade führten uns hinunter ins Schwarzbachtal. Doch nun begann für mich ein schwarzer Tag. Auf wunderschönen einsamen Wegen verlief ich mich gleich mehrmals, sodass wir erst verspätet an der geschlossenen Gräfensteinhütte am gedeckten Tisch im Außenbereich Platz nehmen konnten.

Kaisermantel
Kaisermantel auf Distel

Wildblumenpfad
Durch dieses Indische Springkraut führte unser Pfad

Wildblume
Blüte des Indischen Springkrautes

Kreuzung
Vor lauter Wildwuchs erkennt man kaum die
Forststraßenkreuzung

Danach stiegen wir auf zur aus der Stauferzeit (12. Jahrhundert) stammenden Ruine Gräfenstein, zunächst auf einem schönen Hohlweg. Diese Burg wurde, wie viele Burgen im Südwesten unseres Landes, erstmals 1525 im Bauernkrieg zerstör, danach wieder aufgebaut. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie “nur” durch einen Brand zur Ruine. Dadurch entkam sie der völligen Zerstörung durch die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg, sodass noch gewaltige Mauern und der siebeneckige (!) Bergfried erhalten sind. Von der Spitze des Turms genossen wir bei recht guter Sicht den Rundumblick auf das grüne Hügelmeer des Pfälzerwaldes. Die Buntfärbung des Laubes hatte leider noch nicht eingesetzt, sonst wäre die Landschaft noch schöner gewesen.

Hohlweg
Hohle Gasse

Graefenstein
Ruine Gräfenstein

Den Wegabschnitt vom Parkplatz der Burgruine nach Hermersbergerhof bin ich nicht vorgegangen, denn er ist gut markiert mit dem blau-weißen Balken. Wieder ein wunderschöner Pfad, der uns ins Tal des Floßbaches hinunterführte. Nach Überquerung der Talsohle wanderten wir ein Stück parallel zu diesem Bach, der mit Sandsteinmauern eingefasst wurde, um ihn floßbar zu machen. Erstaunlich, dass man auf so kleinen Bächen Flößerei betreiben konnte. Das funktionierte natürlich nur mittels der Wooge (Stauseen), deren Wassermassen durch Öffnen der Schleusen in die Bäche stürzten.

Nun erlebten wir eine Überraschung. Ein an einen Baum geheftetes Blatt Papier informierte uns darüber, dass wir uns hier in einer Kernzone des Biosphärenreservates befinden und der Weg nicht mehr gepflegt wird. Unzählige umgestürzte Bäume wurden nicht mehr weggeräumt. Wir mussten die nassen und rutschigen Baumstämme mühsam übersteigen oder an steilen Hängen umgehen. Das kostete zusätzliche Kraft und Zeit, und das nach einem bisher sehr anstrengenden Tag. Aber dieses Stück Natur pur begeisterte uns alle. Gerade noch rechtzeitig, um uns vor dem Abendessen noch frisch zu machen, erreichten wir nach 31 km Wegstrecke das Café Ingrid in Hermersbergerhof, der mit 550 m ü. NN höchstgelegenen Siedlung der Pfalz. Kastaniensaumagen (der beste, den ich je gegessen hatte), Wildleberknödel und Wildbratwurst ließen die Herzen der Nicht-Vegatarier höher schlagen.

4. Tag, Mittwoch: Hermersbergerhof – Dicke Eiche

Von nun an ging's bergab – so richtig zum Ausruhen. Und das noch mit der Gewissheit, dass an diesem Tag die Etappe kürzer ausfällt. Es wird langsam langweilig, die schönen Wanderwege zu erwähnen. Dennoch ging's meist auf solchen hinunter bis Hauenstein. Zuvor stiegen wir noch bei Wilgartswiesen zur Ruine Falkenburg auf.

Diese Burg war eine typische Felsenburg, bei der einige Gebäudeteile nicht gemauert, sondern aus dem Fels gehauen wurden. Sehr wahrscheinlich im 11. Jahrhundert erbaut, überstand sie den Bauernkrieg, wurde aber 1680 von französischen Truppen gesprengt. Eine luftige Holztreppe führt an der senkrechten Wand empor. Vom langgestreckten Burgfelsen hat man eine schöne Sicht mit viel Verkehrslärm auf das Queichtal, das von der B 10 zerschnitten wird.

Nach Umrundung des Schloßberges, teils auf urwaldartigem Weg, erreichten wir wieder den Waldpfad. Am Hauensteiner Bahnhof Mitte war das Picknick bereits hergerichtet. Der nun folgende Hauensteiner Schusterpfad führte uns zum Felsentor und zu Felsen mit toller Aussicht, den Kreuzelfelsen, den Backelstein mit Resten einer Burg, auf die eine hölzerne Treppe hinaufführt, und den Hühnerstein mit seiner Leiter, die sich nicht jeder traut hinaufzusteigen.

Pilze2
Pilze an Baumstumpf

Felsentor
Das Felsentor bei Hauenstein

Frühzeitig erreichten wir das Pfälzerwaldvereins-Wanderheim Dicke Eiche, das unter der Woche nur mittwochs geöffnet hat.

5. Tag, Donnerstag: Dicke Eiche – Dahn

Die ganze Nacht hatte es aus Kübeln geschüttet. Doch welch Wunder, am Morgen war der Spuk vorbei. Nach einem selbst zubereiteten Frühstück – dem Kühlschrank des Wohnmobis sei Dank – wanderten wir Richtung Erfweiler hinunter und auf den Hahnberg mit einem Aussichtsfelsen, auf den ein Brücklein hinüberführt. Wie dieser gibt es viele Felsen, die man praktisch ebenerdig erwandern kann, die aber auf der anderen Seite viele Meter senkrecht abfallen. Trotz der Nässe wagte ich, auf schmalem Pfad mit weglosem Abschnitt einen ungesicherten Felsen aufzusuchen, bevor wir zu dem gewaltigen Schafstein aufstiegen. Diesen ziert ein Felstürmchen, das wegen Instabilität nicht mehr beklettert werden darf.

Pfad Hahnberg
Pfad zum Hahnberg

Felsenlandblick
Felsenlandblick auf dem Hahnberg

Über den Kahlenberg und Schindhard erreichten wir die drei Dahner Burgen, Altdahn, Grafendahn und Tannstein. Zum Besichtigen der Burgruinen blieb leider keine Zeit, denn es wartete noch ein recht langer Weg mit einigen Höhepunkten auf uns. Bevor wir im dortigen Café unsere Mittagsmahlzeit einnahmen, machten wir noch einen Abstecher zu einem phantastischen Aussichtsfelsen, dem Hochstein.

Aufgrund einer Unachtsamkeit hatte ich mich wieder verlaufen, was mich natürlich sehr deprimierte. Nichtsdestotrotz, ein äußerst reizvoller Pfad, der Elwetritscheweg, führt über den Lachberg zum Jungfernsprung. Wollte es mir doch keiner glauben, aber ein Schild an einem Ruheplatz beweist es: “Elwetritsche-Rundwanderweg. Ritualplatz für Baum- und Bodenbalz”. Ja, der Pfälzer Sagenvogel. Die nächste Sage: Ein böser Lüstling verfolgte eine Jungfrau, die an dem nach ihr benannten Fels keinen anderen Ausweg mehr wusste als hinunter zu springen. Und siehe da, sie kam heil unten an. Und das trotz der 70 m Höhe des Dahner Wahrzeichens.

Eidechse
Eidechse auf dem Lachberg

Echse Heide
Mit einem Satz sprang diese Eidechse vom Fels ins Heidekraut

Jungfernsprung
Das Wahrzeichen Dahns – der Jungfernsprung

Schiller
Schillerfelsen

Auf der anderen Seite des Wieslautertales erwartete uns der Premiumwanderweg “Dahner Felsenpfad” mit folgenden Felsen: Schillerfels, Schwalbenfels mit tollem Blick ins Tal und auf den Jungfernsprung, Felsenarena, Hirschfelsen, Schusterbänkel, Schlangenfelsen, Mooskopf und Roßkegelfels, alle mit kuriosen Formen.

Schillerfelsen
Durchgang durch den Schillerfelsen

Schwalbenfelsen
Schwalbenfelsen

Flechten
Flechten in der Felsenarena

Roßkegelfels
Roßkegelfels

Viele Felsen hier im fast nur roten Buntsandstein bestehen aus ziemlich waagrechten dickeren und dünneren Schichten von unterschiedlicher Festigkeit mit dadurch verschieden starker Erosion. So entstanden die skurrilsten Formen, wie Türme, Tische, Felsdächer, Galerien, etc. Manchmal blieben bei stärker verwitterten Zwischenschichten dünne Säulen stehen, oft in Form von Sanduhren. Kurz bevor wir unsere Gaststätte fürs Abendessen erreichten, bestaunten wir eine Besonderheit von solch einer Galerie mit Säulen, da diese aus gelbem Sandstein besteht. Dieser war früher auch rot und wurde unter Druck von heißem Wasser gebleicht.

Felsenpfad
Auf dem Felsenpfad

Sanduhren
Gelbsandstein-Schicht mit „Säulen“ im
Rotsandstein an einem Fels beim Büttelwoog

Nach ausgiebigem Mahl schlenderten wir die wenigen Meter zur Jugendherberge Dahn.

6. Tag, Freitag: Dahn – Naturfreundehaus Bethof

Wettermäßig ein schwarzer Tag. Den beiden grandiosen Felsen des Dahner Felsenpfades, Büttelfels und Lämmerfels, konnten wir bei dem Regen nicht viel abgewinnen. Wenigstens lockerte es etwas auf bei unserer Überschreitung von Rauh- und Wöllmersberg auf wunderschönen Pfaden, hautnah an den Felsen vorbei und unter dem größten Felsendach der Pfalz hindurch.

kl Felsturm
Kleiner Felsturm auf dem Lämmerfelsen

Felsgebilde
Felsgebilde am Lämmerfelsen

Kieselsteine
Kieselsteine im Fels (Lämmerfelsen)

Erosion
Erosion am Lämmerfelsen

Dachgarten
Kleiner Felsturm auf dem Rauhberg mit „Dachgarten“

Moos Flechte
Moos oder Flechte? - Bewuchs an einer Fels-Nordwand auf dem Rauhberg

Abkürzen hieß bei wieder einsetzendem Regen die Devise. Den Geierstein auslassend eilten wir zur geschlossenen Drachenfelshütte, wo wir wenigstens für unser Picknick ein Dach überm Kopf hatten. Die Burgruine Drachenfels wollten trotzdem die meisten besteigen. Dass man auch den riesigen senkrechten Felsklotz, genannt Backenzahn, bis zum Gipfel auf einer engen Treppe besteigen kann, hat schon Erstaunen hervorgerufen.

Wieslauter
Spiegelungen in der Wieslauter

Knabenkraut
Knabenkraut mit Spinne (links oben)

Ameisen
Ameisenhaufen

Pilze
Pilze an einer Baumwurzel

Pfad Heidenberg
Pfad auf dem Heidenbergkamm

MannMoos
Kleiner Mann im Moos

Auch der Heidenberg mit dem phantastischen Aussichtsfelsen Heidenpfeiler wurde dem Wettergott geopfert. Die einzige nicht zerstörte Burg der Pfalz, den Berwartstein ließen wir rechts liegen. Meine Botschaft an die Mitwanderer: “Wiederkommen und die drei Dahner Burgen, den Drachenfels und den Berwartstein bei schönem Wetter besichtigen!” Das Naturfreundehaus Bethof erreichten wir sogar noch bei etwas aufgeklartem Wetter.

WeicherWeg
Samtweicher Weg

Wegfrei
Ursel macht den Weg frei

7. Tag, Samstag: Naturfreundehaus Bethof – Schweigen.

Der letzte weniger anstrengende Wandertag brachte keine Felsen und Burgen mehr, aber nochmals Naturlandschaften mit Seen und Bächen auf dem Pfälzer Waldpfad. Und ein letztes Mal viele, viele Pilze. Dann überraschte eine ganz andere Landschaft. In den Kastanienwäldern am Rande des Haardtgebirges brach bei einigen die Sammelleidenschaft aus. Kein Wunder bei dieser Fülle von heruntergefallenen reifen Früchten. Und danach öffnete sich die Landschaft. Der weite Blick auf das Rebenmeer des Elsaß' und der Deutschen Weinstraße gönnte uns eine willkommene Abwechslung zum Abschluss. Obligatorisch war, bevor wir unser Quartier im Hotel Schweigener Hof bezogen, der Gang zum Deutschen Weintor, wo der Waldpfad endet.